Patrick bloggt aus Myrealis

Obacht Dystopia

Veröffentlicht am: von Patrick Eigner-Pausz

2 Min. Lesezeit

Lieber Weblog, liebes imaginiertes Publikum!

Die letzten Wochen - nein, Monate - waren und sind surreal wie sonst nichts. Nie hätte ich mir vorstellen können, am eigenen Leib eine Krise mit Weltrang zu erleben. Und schon gar nicht, davon direkt betroffen zu sein. Als ich im Dezember mit mir rang, ob ich es noch einmal als Lehrer versuchen wollte, hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich in der derzeit sich anbahnenden Weltwirtschaftskrise auch arbeitslos sein würde. Beziehungsweise, dass ich vom pandemischen Corona-Virus (direkt) betroffen sein würde. Zuerst war ich es indirekt durch meinen Schwiegervater, wegen dessen hartnäckiger Bronchitis wir schon seit Anfang Februar nicht mehr ins Burgenland fahren konnten, dann über die Mutter einer meiner besten Freundinnen, die an Corona erkrankte, und zuletzt heute durch meinen Cousin und seine Familie, die derzeit wegen dieser Krankheit unter Quarantäne stehen.

Aber auch unter einem anderem Gesichtspunkt bin ich vom Virus betroffen - dadurch, dass meine Frau und ich unsere kirchliche Hochzeit und die Hochzeitsreise vermutlich längerfristig verschieben werden müssen.

In dieser Ausnahmesituation wandern meine Gedanken und besuchen die imaginierten Dystopien, mit denen ich in Büchern, Filmen und Spielen in Berührung kam und lassen mich über die Sprache, die derzeit die österreichische Politik prägt, schaudern. Aber nicht nur die Sprache der hiesigen Politik, sondern auch die gelebte Praxis weltweit, wobei die geschlechtsspezifischen Ausgangserlaubnisse in Peru[^1] die Parallelen zu Margarete Atwood's "A Handmaidens Tale"[^2] nur noch unheimlicher erscheinen lassen. Die einst nicht wegzudenkende Reisefreiheit[^3] existiert de facto weltweit nicht mehr. Die von vielen Regierungen angedachten und durchgeführten - auch von der österreichischen! - Überwachungsmaßnahmen per Handyortung schmecken schal nach Big Brother[^4].

Kurzum: ich versuche meine Gedanken aus den Dystopien zu ziehen und zu ordnen, jedoch bewegen sie sich unweigerlich immer wieder dorthin. Vielleicht werde ich in ein paar Tagen diesen Post hier noch einmal redigieren und erweitern, vielleicht auch nicht.

In dem Sinne wünsch ich Dir, lieber Weblog, noch einen schönen Tag!

To-Do's am 7. April:

  • [x] ersten Blogpost seit Ewigkeiten schreiben
  • [ ] in Markdown einlesen
  • [x] Vatern nach Gänserndorf fahren
  • [x] keep calm and markdown on
  • [x] Mario Kart mit dem Dorsch
  • [x] Abendrunde mit Lovis, Gimli und Mathias/Lilly

[^1]: Deutschlandfunk: Peru will im Kampf gegen das Coronavirus Männer und Frauen nur noch getrennt auf die Straße lassen [^2]: Wikipedia-Eintrag zum Roman [^3]: Kleine Zeitung: NEOS kritisieren Kurz für Aussagen zur Reisefreiheit [^4]: Der Standard: Was bringen Apps im Kampf gegen Corona?